Tarrafal ist ein besonderer Ort!
Hier haben wir ein paar Tipps & Tricks, Wissenswertes und Ortskundiges zusammen gefasst, wovon wir glauben, dass es nützlich ist. Ganz unten findet ihr Hinweise zur Anreise.
Bitte erinnert Euch an unser "Aber..." von der ersten Seite!
Tarrafal ist ein kleines, afrikanisches Dorf mit 900 - zum Teil materiell armen - Einwohnern. Erst seit wenigen Jahren hat es durchgehend Strom und Internet. Etwa im Jahr 2000 kam das erste Auto über Sandpiste ins Dorf und erst seit September 2021 gibt es eine richtige Straße.
Die meisten Menschen hier haben keinen Fernseher oder gar ein Auto. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt als Bauern und Fischer, wenige auch durch den Tourismus. Und sie haben eine völlig andere Auffassung vom Leben als wir.
Es gibt keinen Rummel, kein Kino, kein Shopping, keine Animation. Manchmal fällt der Strom aus, oder es gibt kein Wasser. Es gibt nicht immer alles zu essen, was man sich als Europäer wünscht.
Dieser Teil der Insel ist oft staubig, felsig und karg. Die Straße zu unserem Haus ist steil, es gibt keinen Shuttle und keinen Bus. Deutsches Zeitgefühl wird gern herausgefordert: "Ich komme gleich" können schon mal eineinhalb Stunden, "morgen" kann auch in 3 Tagen sein. Es gibt Hundertfüßler, Spinnen, Kakerlaken und Ameisen.
Die Dinge laufen hier oft nicht, wie wir es erwarten, klappen am Ende aber doch fast immer.
Dafür begegnen Euch Gottesanbeterinnen, Paradiesvögel, Seeadler, Wale und Delfine. Die großen "Unechten KarettSchildkröten" legen ihre Eier unten am Strand und dort schlüpfen im November ihre Jungen. Die von den Vulkanen erschaffenen Landschaften sind unfassbar schön, es gibt die köstlichsten Früchte und Fische. Die Sonnenuntergänge sind der Hammer, fast immer hört man nur Geräusche der Natur. Der Atlantik ist atemberaubend und die Menschen sehr gastfreundlich.
Wenn Irgendetwas davon Euch Schwierigkeiten bereitet, ihr irgendeine Form von Massen-Tourismus, Entertainment oder den uns bekannten Überfluss an Dingen und Perfektion braucht, solltet ihr lieber woanders hinfahren!
Essen
Zu allererst: Macht Euch keine Sorgen - am Ende klappt auf den Kapverden immer alles! Wenn ihr ankommt, steht im Haus schon eine Grundausstattung für Euch bereit, wenn ihr es wünscht.
Grundnahrungsmittel bekommt ihr in den kleinen Läden im Dorf, wir bestellen uns auch gern eine Kiste mit frischem Bio-Gemüse, Obst und Kräutern bei unserer Freundin Christine im Paúl-Tal. Am besten geht man bei der Anreise noch in Porto Novo (Hauptstadt und Ankunftshafen auf Santo Antao) in einen größeren Laden und kauft einmal gleich zu Beginn groß ein. Wie das genau geht erzählen wir euch bevor es losgeht.
Es gibt keine frischen Milchprodukte, außer Ziegenkäse. Joghurt machen wir selbst, eine Anleitung findet ihr im Haus.
Frischen Fisch - oft Edelfische zu kleinen Preisen - bekommt ihr täglich zu kaufen in Tarrafal. Wenn ihr welchen möchtet, geben wir Euch einen Kontakt, an den Ihr Euch wenden könnt.
Das Nationalgericht "Catchupa" solltet ihr unbedingt einmal probieren! Liliana kocht es köstlich für euch direkt im Haus, wie auch alle möglichen anderen leckeren kapverdischen Gerichte.
Wenn ihr im Dorf unten essen gehen möchtet, läuft das etwas anders als in Deutschland. Die "Restaurants" sind meist auf der Terrasse vor dem Wohnhaus der Menschen. Man muss spätestens einen Tag vorher anrufen und sagen, wann man was gern essen möchte. Die Auswahl hat man ( je nach Verfügbarkeit) zwischen Fisch, Huhn, Oktopus, Krebsen, Langusten (Schonzeiten!) mit Gemüse oder Pommes und Reis. Aber auch Catchupa oder Fejoada bekommt man hier frisch gekocht.
Das superleckere All-you-can-eat-Buffet im Mar Tranquilidade solltet ihr Euch auch auf keinen Fall entgehen lassen.
Aktivitäten
Es gibt schöne Wanderungen direkt ab unserem Haus zum Wasserfall in der Ribeira de Tarrafal, nach Monte Trigo, zum Tope de Coroa (1960 m hoch) oder zum kleinen Vulkan und einsamen Strand Coralinho. Für einige ist ein Guide zu empfehlen, seht in den Wanderführer bei uns im Bücherregal!
Ihr könnt Kayaks leihen und schnorcheln. Die Tauchschule wurde leider verkauft und wir können sie gerade nur sehr erfahrenen und routinierten Tauchern empfehlen! Ihr könnt beim Fußballtraining zugucken, mit zum Fischen gehen, lesen, atmen und die Seele baumeln lassen.
Der Strand
Der Strand ist schwarz. Das liegt am vulkanischen Ursprung der Insel. Daher wird er tagsüber sehr heiß, wenn die Sonne drauf scheint. Dafür ist man einsam dort, es gibt Gott-sei-Dank keine Form der Animation, keine buchbaren Schirme oder sonstigen touristischen Unsinn.
Getränke oder einen Mittags-Imbiss gibt es gleich am Beginn des Strandes in unserem geliebten "Mar Tranquilidade" oder ein Stück weiter in der "Lanchonete".
Vorbereitung
- Reisepass mindestens 6 Monate gültig
- Ease-Formular ausgedruckt griffbereit bei Einreise
- Kreditkarte (bestenfalls VISA)
- Stop-Over in Lissabon buchen, falls die Flugzeiten so liegen
- Reiseführer: Kapverden fürs Handgepäck & Diaries of Kapverden, Santo Antão
Koffer packen - wir empfehlen:
- Sommer-Kleidung (der wärmste Monat ist September mit 32°C und der Kälteste Februar mit 22°C. Es geht oft eine Brise, manchmal weht es, in der Regenzeit Juli - September/Oktober gibt es hohe Luftfeuchtigkeit bei hohen Temperaturen.)
- Großes Tuch gegen die Sonne
- Sonnencreme 50 & 30
- Bio-Antimück (bitte keine chemischen Insektizide!)
- Feste Wanderschuhe
- Kl. Rucksack zum Wandern
- Sonnenhut / Cappi
- Badesachen
- Schnorchel-Equipment
- Wasserschuhe (stellenweise Steine im Meer)
- Flipflops
- Schokolade als Mitbringsel / Dankeschön
- Reiseapotheke
Anreise
Man fliegt am besten mit der TAP über Lissabon nach Mindelo auf Sao Vicente (VXE). Oft braucht man dort eine Übernachtung auf der Hin- und/oder der Rückreise.
Vom Flughafen in Mindelo geht es in 20 Minuten mit dem Taxi zum Hafen, von wo die Fähre nach Porto Novo eine Stunde braucht. (Ihr solltet nach Delfinen Ausschau halten!)
Für den folgenden letzten Teil der Reise sprecht gern mit uns!
Jetzt braucht man noch 1,5 Stunden mit einem Sammeltaxi, einem sogenanntes ‚Aluguer‘ oder einem privaten Taxi ("Fret") nach Tarrafal bis zu unserem Haus.
Oder ihr lauft die letzten 45 Minuten ab der ‚Garagem‘. Das machen wir immer und würden es Euch sehr empfehlen! Es ist die schönste Art im Dorf anzukommen...